Manche Alben sind mehr als eine Sammlung guter Songs. Sie erzählen eine Geschichte, kreisen konsequent um ein Thema oder erschaffen gleich eine ganze Figur und Welt. Von Frank Sinatra bis Lorde: Die 15 besten Konzeptalben zeigen, wie unterschiedlich das funktionieren kann.

Was genau ein Konzeptalbum ausmacht, ist dabei gar nicht so eindeutig. Manche Platten erzählen eine Handlung von Anfang bis Ende. Andere verbinden ihre Songs eher über ein gemeinsames Thema, eine bestimmte Stimmung oder eine Kunstfigur. Und manchmal ist nur ein Teil des Albums streng durchkomponiert.

Für unsere Auswahl haben wir deshalb bewusst verschiedene Formen aufgenommen. Hier treffen Rock-Opern auf Hip-Hop-Erzählungen, melancholische Songzyklen auf futuristische Science-Fiction und Popalben auf große Gesellschaftsthemen. Die Reihenfolge ist keine Rangliste.

Wenn du danach weiterstöbern möchtest, findest du bei uns außerdem die Schallplatten-Klassiker, die meistverkauften Schallplatten und passende Bücher für Musikfans.

15 Konzeptalben, die du einmal am Stück hören solltest

Albumcover In the Wee Small Hours von Frank Sinatra

1. In the Wee Small Hours

von Frank Sinatra · 1955 · Vocal Jazz

In the Wee Small Hours erzählt keine Handlung mit Figuren und Wendungen. Stattdessen hält Frank Sinatra eine Stimmung über fast 50 Minuten konsequent fest: Einsamkeit, verlorene Liebe und diese besondere Melancholie, die nachts um drei deutlich größer wirkt als am Nachmittag.

 

Die 16 Songs stammen größtenteils aus dem Great American Songbook, wirken durch Nelson Riddles zurückhaltende Arrangements aber wie Teile eines einzigen nächtlichen Monologs. Auch das berühmte Cover mit Sinatra allein auf einer leeren Straße passt genau in dieses Bild.

 

Warum es hier steht: Das Album gilt als einer der frühen Meilensteine des Konzeptalbums, weil die Songs nicht einfach als Sammlung zusammengestellt wurden, sondern gemeinsam eine bestimmte emotionale Welt erzeugen. Sinatras schwierige Beziehung zu Ava Gardner wird häufig als persönlicher Hintergrund dieser Stimmung gelesen.

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Albumcover Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band von The Beatles

2. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band

von The Beatles · 1967 · Psychedelic Rock und Pop

Die Beatles hatten genug davon, immer nur die Beatles sein zu müssen. Paul McCartneys Idee war deshalb, für ein Album in die Rolle einer erfundenen Band zu schlüpfen: Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band. Der Titelsong eröffnet die imaginäre Show, Billy Shears wird angekündigt und kurz vor dem Finale kehrt die Band in einer Reprise noch einmal zurück.

 

Ganz so streng, wie der Begriff Konzeptalbum vermuten lässt, ist die Platte allerdings nicht. Songs wie Lucy in the Sky with Diamonds, She's Leaving Home oder Within You Without You erzählen jeweils ihre eigenen Geschichten und gehören nicht zu einer fortlaufenden Handlung.

 

Warum es trotzdem entscheidend ist: Kaum ein Album hat die Vorstellung stärker geprägt, dass eine LP selbst ein geschlossenes Kunstwerk sein kann. Musik, Cover, Figuren und Studioexperimente gehören hier sichtbar zusammen. Spätestens mit dem abschließenden A Day in the Life fühlt es sich deshalb nach weit mehr als einer Sammlung einzelner Singles an.

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Albumcover Hounds of Love von Kate Bush

3. Hounds of Love

von Kate Bush · 1985 · Art Pop

Hounds of Love besteht eigentlich aus zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Auf der ersten Seite stehen vergleichsweise eigenständige Songs wie Running Up That Hill, Cloudbusting und der Titelsong. Die zweite Hälfte trägt dagegen einen eigenen Namen: The Ninth Wave.

 

Diese sieben Stücke bilden eine zusammenhängende Suite über eine Frau, die nachts allein im Meer treibt und versucht, bis zum Morgen zu überleben. Erinnerungen, Stimmen, Träume und Halluzinationen verschwimmen miteinander. Die Musik springt dabei von intimen Passagen zu Chören, elektronischen Klangflächen und fast filmischen Szenen.

 

Darauf solltest du achten: Eigentlich ist also nicht das gesamte Album ein klassisches Konzeptalbum, sondern vor allem seine zweite Hälfte. Gerade dieser Wechsel macht Hounds of Love so spannend: erst große Art-Pop-Songs, dann eine Geschichte, in die du komplett eintauchst.

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Albumcover Tommy von The Who

4. Tommy

von The Who · 1969 · Rock-Oper

Bei Tommy wird aus dem Konzeptalbum eine richtige Handlung. Im Mittelpunkt steht Tommy Walker, der nach einem traumatischen Erlebnis scheinbar weder hören noch sehen kann und nicht spricht. Ausgerechnet am Flipperautomaten entwickelt er außergewöhnliche Fähigkeiten und wird schließlich zur gefeierten Kultfigur.

 

Die Geschichte zieht sich über das komplette Doppelalbum. Figuren tauchen wieder auf, musikalische Motive kehren zurück und Songs wie Pinball Wizard, I'm Free oder See Me, Feel Me funktionieren wie einzelne Szenen einer größeren Erzählung.

 

Warum es wichtig ist: Tommy gehört zu den Alben, die den Begriff Rock-Oper etabliert haben. Dass daraus später ein Film und mehrere Bühnenproduktionen entstanden, wirkt deshalb fast logisch. Wenn du bei einem Konzeptalbum wirklich einer Geschichte folgen möchtest, bist du hier richtig.

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Albumcover The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars von David Bowie

5. The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars

von David Bowie · 1972 · Glam Rock

David Bowie erschafft mit Ziggy Stardust eine seiner berühmtesten Kunstfiguren: einen extravaganten, außerirdisch wirkenden Rockstar in einer Welt, der nur noch wenige Jahre bleiben. Ziggy wird zum Star und Hoffnungsträger, verliert sich aber zunehmend in Ruhm, Größenwahn und seiner eigenen Rolle.

 

Die Handlung ist nicht in jedem Song so eindeutig wie bei einer klassischen Rock-Oper. Trotzdem zieht sich Ziggys Welt durch das Album. Five Years eröffnet mit der Nachricht vom bevorstehenden Untergang, Starman bringt die Botschaft aus dem All und Rock 'n' Roll Suicide setzt einen dramatischen Schlusspunkt.

 

Das Spannende daran: Bowie ließ die Figur nicht auf der Platte. Er trat auch auf der Bühne als Ziggy auf und machte die Grenze zwischen Musiker und Kunstfigur immer unschärfer. Das Albumkonzept wurde damit zu einer ganzen Phase seiner Karriere.

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Albumcover The Dark Side of the Moon von Pink Floyd

6. The Dark Side of the Moon

von Pink Floyd · 1973 · Progressive Rock

Hier gibt es keine Hauptfigur und keinen Plot. Stattdessen nimmt sich Pink Floyd einige der Dinge vor, die Menschen im Alltag unter Druck setzen: Zeit, Arbeit, Geld, Konflikte, psychische Belastung und schließlich den Tod.

 

Die einzelnen Stücke gehen fast ohne Unterbrechung ineinander über. Herzschläge, Stimmen, Schritte, Uhren und Kassengeräusche verbinden die Songs zusätzlich. Deshalb wirkt das Album auch dann geschlossen, wenn Time, Money und Us and Them ganz unterschiedliche Themen behandeln.

 

Am besten wirklich von vorne hören: Gerade die Übergänge machen einen großen Teil des Erlebnisses aus. Und dass die Platte mehr als fünf Jahrzehnte später immer noch regelmäßig in den US-Albumcharts auftaucht, zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie langlebig dieses Konzept geworden ist.

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Albumcover The ArchAndroid von Janelle Monáe

7. The ArchAndroid

von Janelle Monáe · 2010 · R&B, Funk und Afrofuturismus

Janelle Monáe baut auf The ArchAndroid eine komplette Science-Fiction-Welt auf. Im Mittelpunkt steht die Androidin Cindi Mayweather, die in der futuristischen Stadt Metropolis verfolgt wird, weil sie sich in einen Menschen namens Anthony Greendown verliebt hat.

 

Cindis Geschichte hatte bereits auf Monáes früherer Metropolis-EP begonnen. Auf The ArchAndroid wird sie zur Figur des Widerstands gegen Unterdrückung, Kontrolle und gesellschaftliche Grenzen. Musikalisch passt Monáe genauso wenig in eine Schublade wie ihre Heldin: Funk, Soul, Hip-Hop, Psychedelic, Orchester und Pop wechseln ständig die Richtung.

 

Warum es sich lohnt: Hinter der Androiden-Geschichte stecken sehr reale Fragen nach Identität, Freiheit und Ausgrenzung. Du kannst mit Tightrope einsteigen, aber das ganze Ausmaß dieser Welt entfaltet sich erst, wenn du das Album am Stück hörst.

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Albumcover What's Going On von Marvin Gaye

8. What's Going On

von Marvin Gaye · 1971 · Soul

Marvin Gaye richtet den Blick nicht auf eine einzelne Liebesgeschichte, sondern auf eine Gesellschaft im Krisenmodus. Krieg, Rassismus, Armut, Umweltzerstörung, Drogen und soziale Spannungen ziehen sich durch das gesamte Album.

 

Besonders What's Happening Brother greift die Perspektive eines heimkehrenden Vietnam-Veteranen auf. Gaye ließ dabei auch Erfahrungen seines eigenen Bruders einfließen, der in Vietnam gedient hatte. Von dort aus weitet sich der Blick immer weiter auf das Amerika der frühen 1970er-Jahre.

 

Was das Album zusammenhält: Die Songs gehen fließend ineinander über und greifen musikalische Motive wieder auf. Dadurch wirkt What's Going On fast wie ein einziges langes Soul-Stück, obwohl es sehr unterschiedliche gesellschaftliche Fragen behandelt.

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Albumcover The Downward Spiral von Nine Inch Nails

9. The Downward Spiral

von Nine Inch Nails · 1994 · Industrial Rock

Der Titel verrät das Prinzip schon ziemlich gut. The Downward Spiral verfolgt einen Protagonisten auf einem immer weiter fortschreitenden Weg der Selbstzerstörung. Isolation, Kontrollverlust, Gewalt, Sucht, Religion und Selbsthass ziehen ihn Stück für Stück tiefer hinunter.

 

Auch musikalisch wird dieser Absturz hörbar. Harte Industrial-Sounds treffen auf verstörende Geräusche, abrupte Wechsel und überraschend ruhige Momente. Motive tauchen an verschiedenen Stellen wieder auf und verbinden die einzelnen Stationen miteinander.

 

Und dann kommt „Hurt“: Nach dem Lärm der vorherigen Stücke wirkt das zurückgenommene Finale umso stärker. Johnny Cash machte daraus Jahre später eine berühmte Coverversion. Im Zusammenhang des gesamten Albums bekommt der Song aber noch einmal eine andere Bedeutung.

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Albumcover Melodrama von Lorde

10. Melodrama

von Lorde · 2017 · Pop

Lorde beschreibt Melodrama selbst als eine Art Konzeptalbum rund um eine Hausparty. Dieses lose Gerüst gibt ihr Raum für all die extremen Gefühle, die in einer einzigen Nacht nebeneinander existieren können: Euphorie auf der Tanzfläche, Einsamkeit im Badezimmer, alte Beziehungen und die Ernüchterung danach.

 

Gleichzeitig verarbeitet das Album das Ende einer Beziehung und den Übergang ins Erwachsenenleben. Deshalb ist die Party weniger eine konkrete Handlung als ein Schauplatz für verschiedene emotionale Zustände. Green Light beginnt voller Bewegung, während Songs wie Liability plötzlich alles stiller werden lassen.

 

Perfekt für Popfans: Melodrama zeigt, dass ein Konzeptalbum keine komplizierte Science-Fiction-Handlung braucht. Manchmal reicht eine Nacht, wenn darin genug passiert.

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Albumcover OK Computer von Radiohead

11. OK Computer

von Radiohead · 1997 · Alternative Rock

OK Computer ist ein Grenzfall, und genau deshalb gehört es in diese Liste. Radiohead erzählen keine fortlaufende Geschichte und haben das Album nicht als klassische Rock-Oper angelegt. Trotzdem greifen die Songs immer wieder dieselben Ängste auf: Entfremdung, Technik, Konsum, Verkehr, Leistungsdruck und das Gefühl, in einer beschleunigten Welt den Anschluss zu verlieren.

 

Schon Airbag verbindet Mensch und Maschine, Fitter Happier lässt eine Computerstimme ein optimiertes Leben aufzählen und No Surprises klingt beinahe beruhigend, während der Text das Gegenteil erzählt. Gemeinsam entsteht ein erstaunlich geschlossenes Zukunftsgefühl.

 

Also Konzeptalbum oder nicht? Im streng erzählerischen Sinn eher nicht. Als thematisch geschlossenes Album funktioniert OK Computer dafür umso stärker und zeigt, wie weit der Begriff Konzeptalbum gefasst werden kann.

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Albumcover American Idiot von Green Day

12. American Idiot

von Green Day · 2004 · Punk Rock

Green Day verwandeln ihr Pop-Punk-Rezept in eine Rock-Oper. Im Zentrum steht der Jesus of Suburbia, ein frustrierter Jugendlicher, der seine Vorstadt verlässt und in der Stadt nach einem anderen Leben sucht. Dort begegnet er Figuren wie St. Jimmy und Whatsername und verliert sich zunehmend zwischen Rebellion, Einsamkeit und Selbstinszenierung.

 

Parallel erzählt das Album von einem Amerika, das von Krieg, Medien, Angst und politischer Polarisierung geprägt ist. Die Geschichte einer einzelnen Figur und die Gesellschaftskritik greifen deshalb ständig ineinander.

 

Der beste Einstieg ins Konzept: Die neunminütigen Suiten Jesus of Suburbia und Homecoming bestehen jeweils aus mehreren Teilen und tragen große Stücke der Handlung. Dass aus dem Album später ein Broadway-Musical wurde, überrascht danach kaum noch.

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Albumcover Lemonade von Beyoncé

13. Lemonade

von Beyoncé · 2016 · R&B und Pop

Lemonade wurde nicht nur als Album, sondern gleichzeitig als Film veröffentlicht. Darin entwickelt Beyoncé einen emotionalen Bogen von Misstrauen und Wut über Verletzlichkeit und Selbstbehauptung bis zu Vergebung, Hoffnung und Heilung.

 

Der Film unterteilt diese Reise in Kapitel wie Intuition, Denial, Anger, Forgiveness und Redemption. Dabei geht es nicht nur um eine bedrohte Beziehung. Familie, Herkunft, Schwarze weibliche Identität und weitergegebene Erfahrungen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle.

 

Warum „Visual Album“ hier wichtig ist: Musik und Bilder sind bei Lemonade eng miteinander verbunden. Die Songs funktionieren allein, doch zusammen mit dem Film wird das Konzept deutlich größer. Die verlinkte CD/DVD-Ausgabe eignet sich deshalb besonders gut, wenn du das komplette Werk erleben möchtest.

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Albumcover good kid, m.A.A.d city von Kendrick Lamar

14. good kid, m.A.A.d city

von Kendrick Lamar · 2012 · Hip-Hop

Der Untertitel auf dem Cover lautet nicht zufällig A Short Film by Kendrick Lamar. Kendrick erzählt von seiner Jugend in Compton und davon, wie ein eigentlich nachdenklicher Teenager zwischen Freundeskreis, Gewalt, Gruppendruck, Alkohol, Familie und Glauben seinen eigenen Weg finden muss.

 

Songs, Skits und Sprachnachrichten greifen ineinander wie Szenen eines Films. Immer wieder melden sich Kendricks Eltern auf dem Anrufbeantworter, Gespräche führen in den nächsten Track und Ereignisse bekommen später eine neue Bedeutung. Dadurch entsteht eine Geschichte, ohne dass jeder Song auf klassische Weise die Handlung weitererzählen muss.

 

Warum das Album so gut funktioniert: Kendrick stellt sich nicht als unverwundbaren Helden dar. Gerade seine Unsicherheit und seine Fehler machen die Geschichte glaubwürdig. Wenn du hören möchtest, wie filmisches Erzählen im Hip-Hop funktionieren kann, ist dieses Album ein hervorragender Einstieg.

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Albumcover The Suburbs von Arcade Fire

15. The Suburbs

von Arcade Fire · 2010 · Indie Rock

Arcade Fire erzählen auf The Suburbs keine lineare Geschichte. Stattdessen kreist das Album um das Aufwachsen in nordamerikanischen Vorstädten, um Kindheitserinnerungen, Langeweile, Freiheit, Enge und die Frage, was aus den Orten wird, die man irgendwann verlassen hat.

 

Win und Will Butler griffen dafür auch auf ihre eigene Jugend in den Vororten von Houston zurück. Die Songs schauen mal nostalgisch, mal skeptisch auf diese Welt. Wiederkehrende Motive und musikalische Verbindungen sorgen dafür, dass die 16 Stücke trotzdem wie Kapitel desselben Erinnerungsalbums wirken.

 

Und der Erfolg? Bei den Grammy Awards 2011 gewann The Suburbs den Preis für das Album des Jahres. Ein gutes Beispiel dafür, dass ein Konzeptalbum auch ohne Science-Fiction, Rock-Oper oder feste Handlung funktionieren kann.

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Welches Konzeptalbum passt zu dir?

  • Du möchtest eine richtige Handlung verfolgen: Tommy, American Idiot oder good kid, m.A.A.d city
  • Du magst Science-Fiction und große Figuren: The ArchAndroid oder Ziggy Stardust
  • Du möchtest ein Album einfach von vorne bis hinten fließen lassen: The Dark Side of the Moon oder What's Going On
  • Du suchst Pop mit einem klaren emotionalen Bogen: Melodrama oder Lemonade
  • Du magst es musikalisch düster: The Downward Spiral
  • Du möchtest die frühen Wurzeln des Formats kennenlernen: In the Wee Small Hours
  • Du magst thematische Alben ohne feste Geschichte: OK Computer oder The Suburbs

Fazit: Konzeptalben hört man am besten nicht auf Shuffle

Das Spannende am Konzeptalbum ist gerade, dass es keine feste Formel gibt. Tommy erzählt fast wie ein Musical, The Dark Side of the Moon verbindet große Lebensthemen, good kid, m.A.A.d city funktioniert wie ein autobiografisch gefärbter Kurzfilm und Melodrama braucht kaum mehr als eine Hausparty, um einen ganzen emotionalen Kosmos aufzuspannen.

Wenn du neu ins Thema einsteigst, würden wir mit The Dark Side of the Moon beginnen. Die Übergänge machen sofort hörbar, was ein Album als geschlossenes Werk leisten kann. Für eine richtige Geschichte sind Tommy oder American Idiot gute nächste Schritte. Und wer das Konzeptalbum lieber in Pop, R&B oder Hip-Hop entdecken möchte, sollte bei Lemonade, Melodrama oder good kid, m.A.A.d city weitermachen.

Viele dieser Alben findest du bei medimops Second Hand auf CD und teilweise auch auf Vinyl, solange der aktuelle Bestand reicht.

FAQ: Noch Fragen? Wissenswertes rund um Konzeptalben

Was genau macht ein Konzeptalbum aus, welches gilt als erstes und womit solltest du anfangen? Hier findest du die wichtigsten Antworten rund um das besondere Albumformat.

Was ist ein Konzeptalbum?

Bei einem Konzeptalbum sind die einzelnen Songs durch eine übergeordnete Idee miteinander verbunden. Der rote Faden kann ganz unterschiedlich aussehen, zum Beispiel:

  • eine fortlaufende Geschichte
  • eine wiederkehrende Figur oder Kunstfigur
  • ein gemeinsames Thema
  • eine bestimmte Stimmung oder Lebensphase
  • eine zusammenhängende fiktive Welt

Deshalb können sowohl eine Rock-Oper wie Tommy als auch ein thematisch geschlossenes Album wie The Dark Side of the Moon als Konzeptalbum gelten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Konzeptalbum und einer Rock-Oper?

Eine Rock-Oper ist eine besonders erzählerische Form des Konzeptalbums. Sie besitzt meist Figuren, eine erkennbare Handlung und Songs, die wie einzelne Szenen funktionieren.

Typische Rock-Opern aus unserer Auswahl sind:

  • Tommy von The Who
  • American Idiot von Green Day

Ein Konzeptalbum muss dagegen keine fortlaufende Geschichte erzählen. Bei The Dark Side of the Moon bilden zum Beispiel gemeinsame Themen den roten Faden.

Was war das erste Konzeptalbum?

Ein eindeutiges erstes Konzeptalbum lässt sich kaum bestimmen. Musiker:innen haben schon früh Songs nach gemeinsamen Themen und Stimmungen zusammengestellt.

Frank Sinatras In the Wee Small Hours von 1955 gilt aber als einer der frühen Meilensteine. Das Album verbindet seine Songs konsequent über Themen wie Einsamkeit, verlorene Liebe und schlaflose Nächte.

War Sgt. Pepper das erste Konzeptalbum?

Nein. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band war nicht das erste Konzeptalbum. Die Beatles machten die Idee eines Albums als geschlossenes Kunstwerk aber einem riesigen Publikum bekannt.

Das eigentliche Konzept ist dabei lockerer, als häufig angenommen wird:

  • Die Beatles treten zu Beginn als fiktive Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band auf.
  • Die Kunstfigur Billy Shears wird eingeführt.
  • Vor dem Finale kehrt die fiktive Band in einer Reprise zurück.
  • Viele Songs dazwischen funktionieren unabhängig von diesem Rahmen.

Muss man ein Konzeptalbum in der richtigen Reihenfolge hören?

Du musst natürlich nicht, aber gerade bei Konzeptalben lohnt es sich meistens.

Die Reihenfolge ist besonders wichtig, wenn:

  • eine Geschichte von Song zu Song weitererzählt wird
  • Figuren oder Motive wiederkehren
  • die Songs direkt ineinander übergehen
  • das Album einen bewussten Anfang und ein klares Finale besitzt

Bei Alben wie Tommy, The Downward Spiral, good kid, m.A.A.d city oder The Dark Side of the Moon gehört die Reihenfolge deshalb zum Gesamterlebnis.

Welche Konzeptalben erzählen eine richtige Geschichte?

Wenn du beim Hören gern einer Handlung folgst, sind diese Alben besonders spannend:

  • Tommy von The Who: die Geschichte von Tommy Walker und seinem Weg vom isolierten Jungen zur Kultfigur
  • American Idiot von Green Day: Jesus of Suburbia sucht seinen Platz zwischen Vorstadt, Rebellion und Ernüchterung
  • The ArchAndroid von Janelle Monáe: Science-Fiction rund um die Androidin Cindi Mayweather
  • good kid, m.A.A.d city von Kendrick Lamar: eine filmisch erzählte Coming-of-Age-Geschichte aus Compton
  • Ziggy Stardust von David Bowie: ein lockerer erzählerischer Bogen rund um die Kunstfigur Ziggy Stardust

Welche Konzeptalben gibt es außerhalb von Rock?

Konzeptalben sind längst nicht auf Progressive Rock oder Rock-Opern beschränkt. In unserer Auswahl findest du Beispiele aus ganz unterschiedlichen Genres:

  • Soul: What's Going On von Marvin Gaye
  • Hip-Hop: good kid, m.A.A.d city von Kendrick Lamar
  • R&B und Funk: The ArchAndroid von Janelle Monáe
  • Pop: Melodrama von Lorde
  • R&B und Pop: Lemonade von Beyoncé
  • Vocal Jazz: In the Wee Small Hours von Frank Sinatra

Welche Konzeptalben von Künstlerinnen sollte man kennen?

Vier sehr unterschiedliche Beispiele aus unserer Auswahl zeigen, wie vielseitig das Format sein kann:

  • Kate Bush: Hounds of Love mit der erzählerischen Suite The Ninth Wave
  • Janelle Monáe: The ArchAndroid mit Afrofuturismus und Science-Fiction-Worldbuilding
  • Beyoncé: Lemonade als eng mit einem Film verbundenes Visual Album
  • Lorde: Melodrama als emotionaler Streifzug durch Trennung, Party und Erwachsenwerden

Welches Konzeptalbum eignet sich für Einsteiger:innen?

Das hängt vor allem davon ab, welche Musik du gern hörst:

  • Für Rockfans: The Dark Side of the Moon
  • Für eine richtige Geschichte: Tommy oder American Idiot
  • Für Popfans: Melodrama
  • Für R&B-Fans: Lemonade oder The ArchAndroid
  • Für Hip-Hop-Fans: good kid, m.A.A.d city
  • Für Soulfans: What's Going On
  • Für etwas Düsteres: The Downward Spiral

Wenn du einfach verstehen möchtest, warum Menschen Konzeptalben gern komplett am Stück hören, ist The Dark Side of the Moon wahrscheinlich der unkomplizierteste Einstieg.

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